Geboren in Köln, aufgewachsen in Düsseldorf – offenbar ist das Zusammenführen von Gegensätzen bei Anna Bineta Diouf schon in früher Kindheit angelegt: Die junge rheinische Mezzosopranistin ist nicht nur dem experimentellen zeitgenössischen Werk ebenso verpflichtet wie dem Lautenlied der Renaissance, sie fühlt sich auf der Opernbühne ebenso wohl wie auf dem Konzertpodium und könnte nicht sagen, ob ihr Rossini oder Schubert mehr am Herzen läge.

Ein breitgefächertes Repertoire und große Offenheit gegenüber traditionellen wie auch gegenüber neuen Ansätzen zeichnen Anna Bineta Diouf aus:

So nutzte sie das Studium von Gesang und Gesangspädagogik an der HfM Detmold und der HMTM Hannover, um nicht nur künstlerisch, sondern auch wissenschaftlich vielfältige Einblicke zu gewinnen. Neben die zahlreichen Hochschulproduktionen, in denen sie Rollen wie Glucks Orfeo (Orfeo ed Euridice), Florence Pike (Britten, Albert Herring) oder auch Mercédès (Carmen) verkörperte, trat da auch schon einmal die Mitarbeit bei der Organisation eines internationalen Symposions – sonst eher unübliche Betätigungsfelder einer „typischen“ Sängerin.

Bereits kurz nach dem Studium wurde Anna Bineta Diouf Mitglied des Opernstudios der Staatsoper Hannover, wo sie in den Spielzeiten 2012/13 und 2013/14 u.a. als Modestina (Il viaggio a Reims), Gräfin Ceprano (Rigoletto) und Sandmännchen (Hänsel und Gretel) auf der Bühne stand, aber auch viele zeitgenössische Rollen sang, wie etwa das Glückskind in Stefan Hankes Der Teufel mit den drei goldenen Haaren (UA 2012). Weitere Rollen, die Anna Bineta Diouf auf der Bühne verkörperte sind u.a. Hänsel (Hänsel und Gretel), Ottavia (Monteverdi, L’Incoronazione di Poppea) oder auch Flosshilde in Wagners Rheingold. 2014/15 setzte sie ihre Tätigkeit an der Staatsoper Hannover als Gast fort.  Seit 2016 widmete sie sich vorrangig dem Konzertgesang, der Oper blieb sie aber natürlich treu: 2015 sang sie ihr Rollendebüt als Armide in Jean-Baptiste Lullys gleichnamiger Oper. Nur eine Woche darauf gab sie ihr Debüt mit der Mezzosopranpartie in Verdis Requiem – und hat damit ein neues stimmliches „zu Hause“ im romantischen italienischen Repertoire gefunden.

Nachdem sie ihre Paraderolle als Armide 2017 mit dem Göttinger Barockorchester im Rahmen zweier Gastspiele in Frankreich und bei der Tschechischen Händelgesellschaft nochmals verkörpern durfte, wird sie 2018 am Eduard-Winterstein-Theater Annaberg mit Carmen in einer ihrer wichtigsten Fachpartien debütieren.

Anna Bineta Diouf erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Preise, so etwa 2011 einen 2. Preis beim Paula-Salomon-Lindberg Wettbewerb „Das Lied“ (Berlin). 2017 wurde sie vom Verband Deutscher Konzertchöre mit einem 2. Preis ausgezeichnet, sowie als Preisträgerin der Opernspiele Munot (Schaffhausen, CH). Sie ist Stipendiatin der Hans und Eugenia Jütting Stiftung Stendal, der Walter und Charlotte Hamel Stiftung Hannover, Alumna der Studienstiftung des Deutschen Volkes und erhielt 2015 ein Stipendium des Richard-Wagner-Verbands.

 

Sie benötigen eine Vita für’s Programmheft oder für die Pressearbeit? Hier gehts zum Download!