Europa war schon immer ein eng vernetzter Kulturraum, auch lange vor der EU: Auch ohne Flugzeug und Internet war man miteinander verbunden. Besonders die Künstler, Musiker, Architekten und Maler waren kosmopolitisch unterwegs, zwischen Venedig und London, Paris und Madrid.

Am 14. Juli begebe ich mich gemeinsam mit der Erzgebirgischen Philharmonie Aue auf die Spuren G. F. Händels: Der ist nicht nur ausgerechnet als Deutscher zugleich englischer Nationalkomponist, zu Beginn seiner Karriere reiste er durch Italien und wurde dort bald nur noch anerkennend „Der Sachse“ genannt, il sassone, und für seine musikalischen Fähigkeiten gefeiert. Später dann brachte er die italienische Oper nach England und wurde einer der bedeutendsten Komponisten dieser Gattung – mehr europäische Verbundenheit geht kaum. Flankiert wird er in unserem Konzertprogramm von Porpora und Vivaldi – Vivaldi, der sein Concerto per Dresda eigens für die Hofkapelle des „Elbflorenz“ komponierte, und Porpora, der nicht nur ausgerechnet dort Hofkapellmeister war, sondern später auch Händels Gegenspieler in London, wo ihre beiden konkurrierenden Theater sich einen ruinösen Wettstreit um die teuersten Sänger und besten Stücke lieferten.

In einem furiosen Programm werden natürlich einige Evergreens erklingen, aber auch unbekanntere Werke entführen in die farbenfrohe, virtuose und expressive Welt der opera seria.

Sonntag, 14. Juli 2019 | 15 Uhr | Kulturhaus Aue

IL SASSONE IN ITALIA – oder: Wie ein Sachse die italienische Oper entdeckte

Anna Bineta Diouf, Gesang | Erzgebirgische Philharmonie Aue | Ltg.: Markus Teichler